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"Man rebelliert eben immer"

So einfach und so klar dieser Satz klingt so vielschichtig und paradox ist er doch in seiner wesentlichen Art. Eigentlich kann nur ein Autor einen solchen Satz seinem Protagonisten in den Mund legen und damit die Komplexität der Welt auf so eine einfache wie zutreffende Formel bringen. Franz Kafka lässt den Gerichtsdiener diesen Satz zu Josef K. sagen.
Nicht einmal aus dem Gesamtzusammenhang des Werkes erschließt sich wogegen eigentlich rebelliert wird. Das System als solches oder blank vorgetragene Gesellschaftskritik? Erstaunlich ist die, wie beiläufig formulierte, Kennzeichnung des Satzes ins Allgemeine. Wenn damit ein Allerweltsgedanke ausgedrückt werden soll, kann sich die Rebellion nur gegen die Realität richten. Denn nur die sie ist es, die immer da und somit angreifbar ist. Auch der temporale Aspekt der immerwährenden Rebellion ist komplex. Denn Rebellion ist im allgemeinen eher zielgerichtet und wenn das Ziel erreicht, der König geköpft ist, versinkt sie, wie sie entsprungen ist um sich gegebenenfalls neu zu formieren. Andauernde Rebellion, die mehr unterschwellig und wie selbstverständlich läuft mehr aus Gewohnheit als zielgerichtet. Verblendung der Realität und Nichtakzeptanz sind Bereiche die so aufwändig und zeitintensiv sind, wohingegen Akzeptanz und Aufgabe altgedienter Traditionen noch teurer aufwiegen. Der Staub von Generationen wird so wohl noch länger liegen.

5.11.07 11:41

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